"Wachstumsprozess: Wenn es sich falsch anfühlt - und trotzdem Genau richtig ist."
- vor 2 Tagen
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Wenn Körper und Geist nicht mitmachen wie gewünscht. Uns gefühlt lahmlegen und wir uns fragen: "Warum ausgerechnet jetzt?! Ich habe soviel vor."
Besonders dann, wenn wir bereits bewusst an uns arbeiten und es sich trotzdem so anfühlt, als würden wir zurückfallen.
Sofort denken wir: "Hier läuft was schief!"
Doch was, wenn es genau so wie es gerade ist, genau richtig läuft?
Lass uns dieses universelle Thema, das wohl jeder kennt, einmal genau anschauen.
Was wirklich passiert, wenn der Wachstumsprozess Körper, Geist und Seele als Einheit bewegt.

Ich hatte eine Klientin - nennen wir sie Maya.
Sie kam zu mir in einer Phase von intensivem persönlichem Wachstum. Große Erkenntnisse, fundamentale Shifts, das Gefühl endlich so sehr bei sich zu sein wie noch nie zuvor.
Und dann, zwei Wochen später liegt sie mit Infekt im Bett. Hat Kopfschmerzen, kann kaum aufstehen. Ist erschöpft und niedergeschlagen. Verpufft, all der schöne Aufwind.
Sie schrieb mir:
„Ich verstehe nicht was passiert. Es fühlt sich an, als wäre alles wieder weg."
Ein kurzer Blick auf ihr Energiefeld zeigte mir:
Es war nicht weg. Ganz im Gegenteil. Es war dabei ihr neues Normal zu werden auf allen Ebenen.
Unzählige Male habe ich das bei Menschen, die ich Sitzungen und Seminaren begleite gesehen.
Mensch hat energetisch einen Wachstumsschub vollbracht, manchmal über Wochen und Monate hinweg, andere Male in einer einzigen Sitzung. Die feinstofflichen Aspekte sind bereits in der neuen Realität und Schwingung zu Hause, was nachrücken darf und muss ist: Körper. Wie sollte es auch anders gehen? Sind wir doch eine Einheit aus Seele-Geist und Körper.
Schwingt sich einer der Aspekt auf - kommt der Rest mit.
Und das spüren wir, da wir ja IN unserem Körperzuhause residieren.
Der Körper bewegt sich absichtlich aus dem Gleichgewicht heraus, um auf einer neuen Ebene zu landen.
Das Loslassen kann sich buchstäblich durch 'Ausschwitzen' zeigen, Fieber, Infekt, Schleimlösungen. In Kurz: Körper entgiftet. Was heißt, er braucht Ruhe, mehr Schlaf, mehr Vitamine, mehr Fürsorge.
Wenn wir es dementsprechend verstehen ist diese Phase, die auf den ersten Blick wie Erschöpfung aussieht - ein Durchatmen, Ballast abwerfen, vor dem Aufschwung in die Schwingungsfrequenz, in der der Großteil von uns selbst schon ist.
Da ist die Frau, die seit Wochen mehr schläft als sonst.
Acht Stunden, neun und sie will noch mehr. Sie kennt sich als jemand der funktioniert, der gibt, der präsent ist.
Jetzt will sie nur noch ausruhen. Sie fragt sich, ob sie krank wird? Oder was sonst nicht mir ihr stimmt.
Wenn wir tiefer blicken, sehen wir: Ihr Nervensystem verarbeitet das, was sie energetisch bereits erklommen hat. Jetzt etabliert es sich im Körper.
Und im Schlaf geschieht tiefste Arbeit. Von Außen sieht es aus wie Stillstand, doch in Wahrheit ist es hoch aktiv.
Der Körper holt auf, was die feinstofflichen Aspekte schon leben.
Da ist der Mann der plötzlich weint.
Im Auto, beim Kochen, ohne erkennbaren Anlass. Er sucht und sucht nach dem Grund.
Findet ihn nicht. "Was stimmt nicht mit mir?!" Fragt er sich.
Wir denken, weinen macht nur Sinn, wenn wir traurig sind, im Schock, verletzt.
Dabei sind Tränen soviel mehr. Sie sind oft der schnellste Weg, um angestaute Energien zu lösen.
In seinem Fall bedeutet weinen: Er entlässt das, was er lange getragen hat. Was sein Normal war. Und, was jetzt nicht mehr mitkommen kann.
Das Weinen ohne Grund ist oft das Weinen als tiefe emotionale Reinigung.
Da ist die Frau nach ihrem ersten intensiven Training.
Muskelkater! Zwei Tage lang kommt sie kaum die Treppe hoch.
Sie ärgert sich über sich selbst: "Der Klassiker mal wieder. Ewig nichts tun und dann zu viel." Ihr Fazit: Der Muskelkater zeigt ihr, dass sie es falsch gemacht hat.
Doch Muskelkater bedeutet das Wachstum geschieht. Mikrotraumata in den Muskelfasern, die den Aufbau starten. Der Körper wird mehr, baut sich neu und das tut kurz weh.
Genauso geht Muskelaufbau.
Und dann Die Frau die wirklich auf dem Weg ist - mitten im Wachstumsprozess.
Sie meditiert, macht ihre innere Arbeit, hat regelmäßig Sitzungen. Sie ist voll engagiert in ihrer Entwicklung.
Und auf einmal, scheinbar aus dem Nichts, ist ihr innerer Himmel bewölkt. Sie fühlt sich niedergedrückt, schwer. Als hätte jemand das Licht gedimmt und das fühlt sich für sie fürchterlich an. Kennst sie doch jetzt so gut innerlich lichtvoll zu sein.
Sie ist enttäuscht und frustriert und denkt: "Ich bin zurückgefallen."
Und begibt sich innerlich sofort auf Fehlersuche.
Sie könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein.
Alles läuft hier goldrichtig.
Es ein aktives Läuterungsgeschehen, was meint: Geist/Seele/Spirit lösen sich auf diesem Weg von Anhaftungen.
Die Schwere, die sie erlebt, läutet den Durchbruch ein. Das, was sie bisher beschwert hat ist nochmal in voller Pracht/Wucht spürbar, bevor es sich öffnet und losgelassen wird.
Je bewusster wir auf unserem Wachstumsweg sind, desto mehr erkennen wir das. Auch, wenn es im Nachhinein ist.
Wir sind trainiert in einer Welt die sagt: Gut ist gut, und schlecht ist schlecht.
Wenn es sich gut anfühlt, bist du auf dem richtigen Weg.
Wenn es sich schlecht anfühlt, stimmt etwas nicht.
Aber das Leben - und besonders Wachstum - folgt nicht diesem Denken.
Etwas kann sich gleichzeitig schwer anfühlen und genau richtig sein.
Das ist überhaupt kein Widerspruch. Das ist wie es ist.

Die entscheidende Frage ist:
Woher weißt du, was was ist?
Woher weißt du, ob deine Erschöpfung Integration ist oder ein Zeichen dafür, dass du wirklich Hilfe brauchst? Ob die Schwere Durchbruch ist oder einfach ein Zeichen von zu viel Last? Ob dein Körper nachrückt oder protestiert?
Eins ist gewiss: Rein aus dem Verstand heraus lässt sich das nicht beantworten.
Der Verstand kann gar nicht anders als bewerten. Er vergleicht mit gestern, mit dem was er kennt, mit dem was "normal" sein sollte.
Er kommt sehr schnell zur immer gleichen Antwort: "Das hier ist falsch."
Weil seine Parameter auf Vergleich ausgelegt sind und nicht auf Neues.
Es gibt eine andere Instanz in uns.
Die meisten Menschen kennen sie, aber haben gelernt, über sie hinwegzudenken.
Intuition. Ein Wort, dass für etwas sehr Einfaches steht:
In sich hineinspüren, ohne sofort zu bewerten.
Den Körper fragen, statt ihn zu beurteilen.
Einen Moment lang mit dem sein was ist, bevor man entscheidet was es bedeutet.
Das klingt an sich einfach. Und ist eine Übung, die wir wohl ein Leben lang praktizieren dürfen.
Und es gibt Zeichen die helfen zu unterscheiden:
Regulation fühlt sich, auch wenn sie schwer ist innerlich stimmig an.
Wie etwas das passt, auch wenn es unangenehm ist. Wie Bewegung, auch wenn sie langsam ist.
Ein echtes Warnsignal hat eine andere Qualität. Es zieht sich zu. Es wird enger, starrer. Es ruft nach Aufmerksamkeit auf eine Art, die sich von Innen anders anfühlt als Schwere die sich lösen will.
Diese Unterscheidung lernt man durch Erfahrung. Durch viele Male innehalten. Durch Momente wo man sich geirrt hat - in beide Richtungen. Und durch Menschen die von außen sehen können was man selbst gerade nicht sehen kann.
Manchmal braucht es jemanden der sagt: Das ist Durchbruch, kein Rückfall. Man steckt selbst mitten drin und von dort aus ist die Sicht begrenzt. Das ist menschlich. Das gilt für jeden.
Auch für mich.

Ich lade dich ein, das nächste Mal wenn etwas "nicht läuft" kurz innezuhalten, bevor du es bewertest.
Innehalten, um dich ehrlich zu fragen: "Könnte das, was sich gerade schwer anfühlt, ein Teil von etwas sein, das ich noch nicht vollständig sehen kann?"
Manchmal braucht etwas wirklich Aufmerksamkeit, Veränderung, Hilfe.
Aber manchmal - öfter als wir denken - ist der Körper einfach mitten im Aufschwung. Die Seele ist schon einen Schritt weiter gegangen. Und alles andere holt nach.
Unangenehm und wunderschön - gleichzeitig.



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