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Wenn ich in der Zeitkapsel zurück fliegen könnte ...

  • 9. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit


Dann würde ich ins Navi eingeben:

Zurück in meine Kindheit.


Und ich würde mir Situationen anschauen,

die ich als schmerzhaft in Erinnerung

habe.


Und ich wäre überrascht wie oft es ganz

anders war, als ich es mir erzähle.




Und ich wäre berührt über wie jung

meine Eltern sind.

Wie sie ihr Bestes geben.

Überfordert mit sich sind, Arbeit, Haus,

kleinen Kids.


Und ich würde mich zu meinem

Mini Me ins Bettchen dazu legen.


Es ganz fest im Arm halten und ihm

zuflüstern: "Du hast Nichts zu befürchten.

Du bist geliebt. Du bist gut genug.

Es hat nichts mit dir zu tun.

Sie lieben dich, so gut sie können."


Und Mini Me würde denken eine

Fee spricht mit ihr.




Wenn ich in der Zeitkapsel

zurück fliegen könnte...


Dann würde ich ins Navi eingeben:

Zu meiner Mutter bitte.

In die Zeit wo sie ein Kind war.


Und ich würde Situationen sehen,

die sie als schmerzhaft in Erinnerung

hat. Über die sie nie gesprochen hat.


Ich würde ihre Engel um sie herum sehen,

die sie trösten und ihre liebenden Hände

auf ihr Herz halten.


Und nachts, wenn alles schläft und

sie träumt, dann würde ich sie in

ihrem Traum mitnehmen -

hoch hinauf über die Welt hinaus.




Und wir wären, was wir sind -

alte Seelenfreunde - und sie würde

mir ihre Lieblingswelt zeigen, da

wo sie nachts immer hingeht.


Und ich würde ihr zuhören, was sie

schwierig und traurig findet am

Mensch Sein.

Und ich würde sie anstupsen und

daran erinnern, dass das doch genau

Teil des Abenteuers ist: All das zu fühlen

und zu erleben.


Und sie würde sich mit ihrem Händchen

an die Stirn tippen und es fällt ihr wie

Schuppen von den Augen.

Und sie würde lachen.

So aus dem Herzen lachen.

Und unser Lachen rieselt wie

Seelen Glitzer in ihre Welt.

Und trägt sie durch ihre dunklen und dunkelsten

Stunden.



Wenn ich in der Zeitkapsel

zurück fliegen könnte...


Dann würde ich ins Navi eingeben:

Zu meinem Vater bitte.

In die Zeit kurz vor meiner Geburt.


Und da ist er, dieser ernste, gewissenhafte

junge Mann, kurz vor 30.


Und ich sehe sein unsichtbares Gepäck.

Wie er es trägt und mit sich schleppt ohne

es bewusst zu wissen, ohne sich zu beklagen.


Ich sehe wie sein Körper sein Bestes gibt,

um all die Anspannung loszuwerden.

Wie er nachts mit den Zähnen knirscht.

Wie er sich hin-und her wälzt,

während er das Viele von seinem Tag

verarbeitet.


Ich sehe wie er sich Pläne macht, wie er

am Besten für seine Familie, Frau und

seine kleinen Mädchen sorgen kann.

Wie ihm das Allerwichtigste ist, dass

alle in Stabilität und finanzieller Sicherheit sind.


Und ich sehe wie er dadurch Kräfte in sich

aktiviert, über sich hinauswächst, sein Inneres

sich dehnt und stretcht.


Und ich wünschte er könnte es auch sehen.

Und ich höre ein helles Kinderlachen.

Und da ist er, als 9jähriger, setzt er sich neben mich.


Und mit baumelnden Füßen schauen wir auf

ihn hinab.

Und sein Jungen-Ich strahlt mich an und sagt:

"Bin ich nicht toll? Ich mache genau weswegen

ich hier bin."


Und wir sehen uns in die Augen und

sehen die Lichtwesen darin, die wir sind.


Und während wir ihm zuschauen und all

die Liebe aus unserem Herzen zu ihm

hinunter tropft, stützt sich sein Jungen-Ich

mit einer Hand aufs Knie und meint laut

denkend:

"Er trägt soviel von den Menschen vor ihm.

Er weiß, dass es nicht an ihm ist, es zu erleichtern.

Er ist der, der es zu der trägt, die gekommen ist,

um es zu heilen."


Und er nimmt meine Hand und drückt sie.

Erst zaghaft, dann ganz fest.


Und ohne Vorwarnung wirft er sich mir in die Arme.

Umarmt, umarmt, umarmt mich.


Und ich höre ihn aus seinem Herzen lächeln:

"Ich bin so stolz auf uns. Auf mich, dass

ich es trage und auf dich, dass mit dir soviel sein Ende findet."


Und während ich ihn ganz fest drücke, sehe ich über seine Schulter

wie auf einmal dort unten etwas hell wird.

Es wird ganz still in mir, was er sofort bemerkt

und sich mit umdreht.


Und wir sehen, wie der unsichtbare Riesenberg,

den er mit sich schleppt, getragen ist von

unzähligen, sonst unsichtbaren Händen.


Doch jetzt sind sie erleuchtet, und wir sehen die Hände und

hier und da Gesichter dazu, die unbekannt und doch vertraut sind.

Großeltern. Urgroßeltern. Freunde. Engel. Wesen des Lichts.



Und einer von ihnen blickt zu uns hinauf.

Und schenkt uns mit weisen Augen ein Lächeln, dass

durch Zeiten reist und unwiderruflich daran erinnert,

dass wir alle am gleichen Strang ziehen.

Und jeder seinen Teil beiträgt.

Und nie, nie, nie alleine ist.



Und meine Zeitkapsel bringt mich zurück in meine Zeit.


Und während ich durch meinen Tag gehe, habe ich Lichtartige

Momente wo ich mich wie von oben, von Außen sehe.


Und ich sehe das Gepäck, dass ich trage und ich spüre, die unsichtbaren

Hände, die mir das tragen möglich machen.


Und ich weiß, das gilt für alles in meinem, in deinem, in unser aller Leben.


Wir sind hier für genau das, wofür wir hier sind.


Niemand erwartet von uns, dass wir uns dessen bewusst sind.


Doch, wenn wir wollen und hinhören, genau hinhören, dann

hören wir glockenhelles Lachen und von hinten kommt jemand zu uns,

der sich neben uns setzt und sagt … (was nur du und dein Besucher weiß).

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